Wo bislang ein schlichter Bauzaun den Blick auf das Rathaus versperrte, sprechen jetzt bunte Banner eine klare Sprache. Im Zuge der Renovierung der Kindertagesstätte „Kinderparadies“ wird das Rathaus derzeit als Übergangslösung für den Hort genutzt – der dafür nötige Bauzaun zur Straße hin wurde nun zur Projektionsfläche für ein gemeinsames Anliegen der Gemeinde Gremsdorf und der Barmherzigen Brüder Behindertenhilfe gGmbH Mittelfranken.
Die großformatigen Banner zeigen Bilder aus dem Dorf-, Vereins- und Einrichtungsleben und tragen Botschaften wie „Das Miteinander zählt“ oder „Ein Ort für alle“. Im Mittelpunkt stehen Vielfalt, Inklusion, Demokratie und Gemeinschaft – Werte, die in Gremsdorf nicht nur auf dem Papier stehen, sondern gelebt werden sollen.
Die Idee zu der Aktion entstand anlässlich des Ehrenamtstages im Mai, bei dem in Gremsdorf ein inklusives Fußballturnier stattfand, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf dem Platz standen. Aus diesem Moment des Miteinanders wuchs der Gedanke, das gute Gefühl sichtbar in den Ort zu tragen – dorthin, wo täglich viele Menschen vorbeikommen.
Ute Häußer, Geschäftsführerin der Barmherzigen Brüder Mittelfranken, erklärte, mit der Aktion wolle man ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen den Rechtsruck setzen. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftlicher Zusammenhalt vielerorts auf die Probe gestellt werde, sei es wichtig, sichtbar Position zu beziehen – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Bildern aus dem echten Gemeinschaftsleben vor Ort.
Auch Simon Fischer, Bürgermeister der Gemeinde Gremsdorf, bezieht Stellung: „Die Banner zeigen, dass Gremsdorf für Zusammenhalt, Offenheit und gelebte Gemeinschaft steht. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Barmherzigen Brüder sind ein fester und wertvoller Teil unserer Gemeinde. Als Kommune sehen wir es als unsere Aufgabe, ein Zeichen für Respekt, Teilhabe und Zusammenhalt zu setzen. Denn Gremsdorf ist ein Ort für alle Menschen. Unsere Gemeinde lebt vom Miteinander und davon, dass jeder Einzelne seinen Platz in unserer Gemeinschaft hat.“
Die Kooperation zwischen Gemeinde und Behindertenhilfe ist dabei mehr als ein einmaliges Projekt: Sie steht sinnbildlich für eine Zusammenarbeit, die Inklusion nicht nur als Konzept, sondern als gelebten Alltag versteht. Wer künftig am Rathaus vorbeigeht, wird daran erinnert, dass Gremsdorf ein Ort ist, an dem alle Menschen dazugehören.
