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Gemeinsam erinnern – Verantwortung für die Zukunft

Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

Gemeinsam mit den Schüler:innen der HEP-Schule haben wir, Menschen mit und ohne Behinderung der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in der Äußeren Passauer Straße,  uns in den vergangenen Wochen intensiv mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Dabei setzten wir uns insbesondere mit der systematischen Ermordung von Menschen mit Behinderung auseinander. Dieses nationalsozialistische Verbrechen ist unter den Begriffen „Aktion T4“ oder „Euthanasie“ bekannt. Auch Menschen aus unserer Einrichtung wurden in dieser Zeit Opfer dieser grausamen Verbrechen.

Sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, ist für uns ein wichtiger Auftrag. Deshalb beschäftigen wir uns bereits seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bildungsangeboten mit diesem Thema – gemeinsam mit Mitarbeitenden, Bewohner:innen, Beschäftigten und Schüler:innen.

Ein Teil dieses gemeinsamen Projekts war der Besuch der Gedenkstätte Schloss Hartheim in Alkoven Ende Juli 2026. An dieser Gedenkfahrt nahmen Mitarbeitende und Beschäftigte der Eustachius-Kugler-Werkstatt teil. Die Schüler:innen der HEP-Schule werden die Gedenkstätte im kommenden Jahr im Rahmen ihres Unterrichts besuchen und ihre Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema dort fortsetzen.

In Schloss Hartheim konnten wir den Ort kennenlernen, an dem tausende Menschen ermordet wurden. Markus Rachbauer, Magister und Mitarbeiter der Gedenkstätte, begleitete uns durch den Lern- und Gedenkort und vermittelte eindrucksvoll die Geschichte dieses Ortes. Besonders bewegend war die Erkenntnis, dass Schloss Hartheim mitten im Ort Alkoven liegt – und damit ein Teil des alltäglichen Lebens ist.

Die Ausstellung „Der Wert des Lebens“ erklärt anschaulich und verständlich – teilweise auch in Leichter Sprache –, wie es zu den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen kommen konnte. Sie zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen Propaganda, Ausgrenzung und die Abwertung von Menschen haben können.

Gleichzeitig lädt die Ausstellung dazu ein, den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft zu richten. Sie regt dazu an, über Menschenwürde, Inklusion und den Wert jedes einzelnen Lebens nachzudenken. Wissen und Erinnerung müssen allen Menschen zugänglich sein, damit sich solche Verbrechen niemals wiederholen.

Ein besonders bewegender Moment war das gemeinsame Gedenken an die Opfer aus unserer eigenen Einrichtung. Wir nahmen uns Zeit für einen stillen Moment des Erinnerns. Als Zeichen der Hoffnung gestalteten wir einen Regenbogen aus Blüten. Er erinnert uns daran, dass nach schweren und dunklen Tagen wieder Sonne, Licht und Hoffnung in das Leben zurückkehren können. Der Regenbogen steht für Zuversicht, Menschlichkeit und den festen Wunsch, dass sich solches Unrecht niemals wiederholt.

Es ist ermutigend zu wissen, dass sich die Einrichtungen der Barmherzigen Brüder Behindertenhilfe seit vielen Jahren aktiv mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und Erinnerungskultur als wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit verstehen. Denn Erinnern bedeutet Verantwortung – für heute und für die Zukunft.

Mit unserem gemeinsamen Projekt, dem Besuch der Gedenkstätte, dem Gedenken an die Opfer aus unserer Einrichtung und dem Zeichen des Regenbogens leisten wir einen Beitrag dazu, die Erinnerung lebendig zu halten. Nur wenn wir die Vergangenheit nicht vergessen, können wir uns auch heute für Menschenwürde, Respekt, Vielfalt und ein gutes Miteinander einsetzen.

Die Teilnehmenden vor der Ausstellung.

Die Teilnehmenden vor der Ausstellung.

Betrachtung eines Fotos von früher.

Betrachtung eines Fotos von früher.

Ein Regenbogen aus Blüten.

Ein Regenbogen aus Blüten.

Das sagen unsere Bewohner und Mitarbeiter

Das Fachwissen gepaart mit großer Empathie und konkreter Hilfestellung ist das, was uns von der Einrichtung Gremsdorf überzeugte.

Stefan Bauerfeind

Vorsitzender Autismus Mittelfranken e.V.

Der Zusammenhalt vom Personal und den Bewohnern ist gut und wir sind ein gutes Team. Es werden viele Unternehmungen ermöglicht, z.B. Tierpark-, Schwimmbadbesuch oder Urlaubsmaßnahmen in Kleingruppen gemeinsam mit Personal, was mir sehr gut gefällt.

Markus Grundel

Bewohner

Die Struktur tut mir gut. Ich kann selbstständiger und freier sein. Ich werde hier unterstützt flexibler zu werden und mit schwierigen Situationen besser zurecht zu kommen.

Yves Gorman

Bewohner

In Gremsdorf haben wir von Anfang an eine besondere Wertschätzung uns Eltern gegenüber und vor allem die unvoreingenommene Akzeptanz unserer autistischen Tochter erfahren.

Sabine Laskowski

Mutter und rechtliche Betreuerin

In jedem Menschen steckt ein kreativer Geist. Mut zu haben, seine Träume und Wünsche zu verwirklichen weckt in uns wunderbares. Es gibt uns Selbstvertrauen und stärkt unsere Persönlichkeit.

Simone Meister

Mitarbeiterin

Die Barmherzigen Brüder bieten in familiärer Atmosphäre hochprofessionelle Arbeit mit Herz, bei der personenzentriert gutes und gelingendes Leben ermöglicht wird.

Andreas Dirnberger

Fachdienstleiter

Mitten ins Leben – Mitten im Leben, hier können Menschen mit Behinderung ein buntes, stimmiges und erfülltes Leben führen.

Josefa Schalk

rechtliche Betreuerin, Mitglied im Beirat der Einrichtung und im CBP-Angehörigenbeirat

Ich finde es schön hier in Reichenbach. Ich habe Freunde und auch einen festen Partner gefunden. Bei der Erfüllung meiner Wünsche (z.B. Discofahrten, Kochen) unterstützt mich das Personal, das gefällt mir gut.

Melanie Graf

Bewohnerin

Ich wohne schon seit dem Jahr 2000 in Reichenbach und bin somit schon eins der Urgesteine hier. Der Zusammenhalt zwischen Personal und Bewohner ist super und meine Wünsche und Bedürfnisse werden beachtet (z.B. Urlaubsmaßnahme in einem Wellnesshotel in Bad Füssing mit einer Rückenmassage). Ich freue mich immer, wenn Personal und Freunde da sind, bis ich ins Bett gehe und auch schon wieder da sind, wenn ich aufstehe.

Hans-Jürgen Karl

Bewohner

Jeder Mensch hat seine eigenen ganz besonderen Talente und Fähigkeiten, die er in der Werkstatt so wie er es möchte mit einbringen kann. Die Beschäftigten in der Werkstatt sind Experten mit Leidenschaft. Familiär ist nicht nur ein Wort, sondern wir leben es täglich, gemeinsam mit den Beschäftigten.

Christian Keilmann

Werkstattleiter

Wichtig ist mir eine ehrliche Kommunikation, besonders bei Problemen zwischen den Betreuern der Wohngruppe, den Mitarbeitenden, der Werkstatt und den Eltern bzw. Betreuern/Bevollmächtigten, um das Beste für den Bewohner zu erreichen.

Heidi Blöcher

Mutter

Die schönsten Momente sind die, wenn die Bewohner Offenheit, Wertschätzung und Direktheit zeigen. Es kommt viel von ihnen zurück. Als Heilerziehungspflegerin weiß man am Ende des Tages, wieso man in der Arbeit war. Es ist mehr als nur Geld verdienen. Man hat Abwechslung, weil kein Tag wie der andere ist. Es kann sich jeder mit seinen Stärken, Hobbys und Interessen einbringen. Wir gestalten gemeinsam ein Zuhause.

Tatjana Karl

Mitarbeiterin

Ich wohne schon 28 Jahre in Reichenbach. Es gefällt mir gut, weil man selbständiger werden kann. Ich habe dabei noch ein bisschen Probleme, aber die Mitarbeitenden unterstützen mich hierbei gut. Ich verstehe mich auch mit allen Bewohnern gut und das Gemeinschaftsgefühl ist super!

Andreas Devenich

Bewohner

In der Einrichtung fühlen sich die Bewohner zu Hause. Mein Wunsch wäre, eine noch bessere und effektive Zusammenarbeit zwischen der Einrichtung, Bewohner*innen, Angehörigen bzw. Betreuern und Beschäftigten.

Hans-Georg Blöcher

Vater und stellv. Vorsitzender Beirat am gemeinschaftlichen Wohnen

In Reichenbach herrscht stets freundliche und entspannte Atmosphäre. Das Miteinander der Bewohner, Mitarbeiter und Besucher ist geprägt von Herzlichkeit und Umsicht. Man kommt gerne hierher und weiß seine Liebsten in guten Händen. Da fällt das Weggehen leichter. Wertschätzung und Respekt, Förderung und Schutz, Gemeinschaft und Herzlichkeit machen Reichenbach zu einer zweiten Familie für unsere Liebsten, dafür bin ich sehr dankbar.

Monika Rivière

Mutter und rechtliche Betreuerin

Man hat gemeinsam Spaß, führt viele Gespräche, hört einander immer zu und hilft sich gegenseitig. Mitarbeiter und Bewohner sind gemeinsam ein super Team.

Dominik Roth

Bewohner

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